Google Earth Animationen für jedermann
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Einleitung
Auf Sinn und Zweck von Google Earth (GE) will ich an dieser Stelle nicht eingehen, denn wer einen Film mit GE erstellen will, der weiss warum.
GE bietet in seiner kostenlosen Basisversion nicht die Option, Animationen bzw. Touren wie sie dort genannt werden, als Filmdatei abzuspeichern. Viele Hobbyfilmer wünschen sich aber, ihren Film durch z.B. Flüge von ihrem Heimatort zum Urlaubsort zu bereichern.
Eine Möglichkeit ist natürlich, diese Touren vom PC Monitor mit der Videokamera abzufilmen, was aber im volldigitalen Zeitalter wenig elegant ist und keine zufrieden stellende Qualität bietet.
Als mögliche Lösung bieten sich so genannte Screenrecording oder Screencapture Programme an. Mit diesen ist es möglich das Geschehen auf dem Bildschirm PC-intern aufzuzeichnen und als Filmdatei abzuspeichern.
Das Problem vor dem die meisten Anwender dabei stehen ist, dass dabei am Ende häufig „bewegte Standbilder“ herauskommen und kein flüssiger Film. Es mangelt schlichtweg an Rechengeschwindigkeit oder hinreichender Bandbreite des Internetanschlusses. Um diesem Problem Abhilfe zu schaffen habe ich für mich eine Konfiguration ausgetüftelt, die bei den allermeisten Anwendern zufriedenstellende Ergebnisse liefern sollte.
Das ganze Geheimnis für den eiligen Leser
Es wird nicht in Realzeit mit 25 Bildern pro Sekunde gecaptured, sondern mit z.B. 5 Bildern pro Sekunde. Dafür werden die Touren in Google Earth sehr langsam abgefahren, so dass trotzdem eine flüssige Animation entsteht.
Was wird benötigt:
- Google Earth.
- Download unter http://earth.google.de
- Ein Screencaptureprogram.
- Ich empfehle an dieser Stelle eindringlich, SnagIt von der Firma techsmith. Erstens, weil es in diesem Tutorial Verwendung findet. Zweitens, weil sich die benötigten Konfigurationen mit diesem komfortabel und sicher treffen lassen.
- Einen Rechner, der den Anforderungen von GE gerecht wird.
Konfiguration von SnagIt
In SnagIt ist es möglich verschiedene Profile für unterschiedliche Einsatzbereiche zu generieren. So hat man stets identische Ergebnisse in aufeinanderfolgenden „Sitzungen“. Die nächsten Schritte beschreiben wie man ein Profil generiert, dass für die Aufzeichnung von GE Touren geeignet ist.
Profil Wizard
- Den Profil Wizard wählen, dort werden alle wesentlichen Einstellungen für unser GE Profil getätigt.
- Im erscheinenden Fenster Video capture wählen.
- Weiter klicken.
Was soll aufgezeichnet werden
- Unter Input „Fixed Region“ auswählen. Eventuelle Haken bei Record Audio und Include Cursor entfernen.
Definition des Bildschirmausschnitts
- Auf die Schaltfläche Properties klicken. Im neuen Fenster werden nun die wichtigsten Einstellungen getroffen.
- Je nach gewünschten Ausgabe-/Zielformat nun bei „Width“ und „Height“ die entsprechenden Werte eingeben. Für eine Ausgabe auf DVD sollte dies x=720 und y=576 sein. Man kann das auch visuell über die Schaltfläche Select Region machen, ist aber nicht zu empfehlen, da zu ungenau.
- Nun bei „Use fixed starting point“ den Haken setzen.
- Die Werte für „Starting X“ und „Starting Y“ sind je nach Bildschirmauflösung unterschiedlich. Sie beschreiben die linke/obere Ecke des Aufzeichnungsbereichs.
- Bei mir liegen diese bei 450 und 250 bei einer Bildschirmauflösung von 1280x1024. So bleiben Bedienelemente oder Schrifteinblendungen von GE außen vor. Diese Werte können auch später noch angepasst werden.
Speicherort
- Nun in die Lasche „Video Capture Preferences“ wechseln. Das Laufwerk für die temporäre Datei sollte mehrere GB freien Speicherplatz haben und defragmentiert sein/werden. Die anderen Einstellungen wie im Screenshot.
- Mit OK bestätigen. Dann auf Weiter klicken.
Speichern als...
- Bei Output „File“ auswählen. Properties klicken.
AVI File, fps definieren
- Hier interessiert nur die Lasche „Video File“.
- „Auto configure“ abwählen, dafür „Time-Lapse Setup“ wählen (Haken setzen) und anschließend Schaltfläche Time-Lapse Setup klicken.
- Die Anzahl der „Frames per Second“ ([fps] oben links) ist abhängig von der Leistungsfähigkeit des Rechners. Lieber erstmal etwas weniger, steigern kann man sich da immer noch. Bei zu großen Werten kommt der Rechner nicht nach (das alte Problem!) und es kommt zu dropped Frames. Fünf fps hat sich bei mir bewährt.
- Unten-links wird angegeben, mit wie viel fps später das Filmfile erzeugt werden soll. Für DVD wäre hier eine 25 einzutragen. SnagIt captured also fünf Bilder pro Sekunde und macht naher aus fünf Sekunden Realzeit (=25 Bilder), eine Sekunde Film.
- OK klicken.
AVI-Fileformat
- Auf Video Setup klicken und bei Komprimierer „Volle Einzelbilder“ wählen. Das erspart der CPU dringend benötigte Rechenleistung, dafür wird die Datei größer. Daher auch der Rat weiter oben zu mehreren GB defragmentiertem Festplattenspeicher.
- OK klicken, dann Weiter klicken.
Capturedetails
- Das nächste Fenster sollte so konfiguriert werden:
- Include cursor und Record Audio sind abgewählt (hellgrau).
- Weiter klicken.
No Effects
- Im nächsten Fenster „No Effekts“ und Weiter klicken.
Profil anlegen
- Schließlich noch einen Namen für das Profil vergeben und wenn man will einen Tastaturshortcut.
- Kuss und Schluß für Teil eins
Konfiguration von Google Earth
Bei der Konfiguration von GE geht es im Wesentlichen um drei Punkte:
- Bereitstellung von genügend Cache
- Herabsetzung der Tourgeschwindigkeit
- Laden der Bilddaten in den Cache
- Google Earth starten. Über das Menü Tools->Optionen gelangt man zu den entsprechenden Einstellungen.
- In der Lasche „Cache“ müssen nun Wert für die Größe des Zwischenspeichers im RAM und auf der Festplatte eingetragen werden. Ist die geplant Tour in GE nicht zu lang, können die Standardwerte belassen werden. Ich verfüge über 1,2 GB RAM und habe den Wert für den Arbeitspeicher-Cache auf 500 MB gesetzt. Mit diesen Werten muss jeder ein wenig selbst experimentieren. Vor einem neuen Projekt kann es Sinn machen den Cache mit entsprechender Schaltfläche zu leeren, damit die Gesamtkapazität für die benötigten Daten zur Verfügung steht.
- In der Lasche „Touren“ sind die obersten beiden Einstellregler das Objekt unseres Interesses. Hier gilt es möglichst geringe Werte einzustellen. Diese korrelieren mit der unter SnagIt eingestellten Framerate für das Capturen. Je geringer diese dort gewählt wurde, desto geringer müssen die Geschwindigkeiten gewählt werden. Wird ein zu hoher Wert gewählt, fällt das Ergebnis zu „grobschrittig“ aus und wirkt wiederum ruckelig oder unschön. Meiner Erfahrung nach sind Werte um die 0.008 geeignet, es darf auch etwas (!) mehr sein. Hier gilt es ein wenig zu experimentieren, je nach Performance des Gesamtsystems können auch höhere Werte möglich sein.
- In der Lasche „3D-Ansicht“ sollten zunächst alle Werte dem Standard gemäß unverändert bleiben. Auch hier bleibt später Raum zum Probieren.
Die Tour vorbereiten
Gesetzt den Fall man will eine Tour von A nach B abfliegen lassen, dann sollte man folgendermaßen vorgehen.
- Die gewünschte Perspektive in GE für Punkt A einstellen und eine „Ortsmarke“ setzen.
- Über die „Eigenschaften“ der Ortsmarke die Transparenz für „Beschriftung“ und „Symbol“ auf Null setzen, damit diese nicht das spätere Video verschandelt.
- Gleichermaßen für Punkt B verfahren.
- Beide Orte tauchen nun links im Fenster „Orte“ auf.
- Punkt A anfahren indem nur (!) vor diesem Ort ein Haken gesetzt wird, Play klicken.
- Bis hier können die Tourgeschwindigkeiten noch hoch sein.
- Spätestens nach diesem Schritt sollte die Tourgeschwindigkeit allerdings auf einen sehr niedrigen Wert gesetzt werden, damit GE genug Zeit hat die Bilddaten aus dem Internet zu laden und im Cache abzulegen.
- Ob das erfolgt ist erkennt ihr daran, dass beim erneuten Abfliegen der Tour der „Übertagung“ Balken nahezu immer bei 100% steht.
- Nun, an Punkt A angekommen, wird im Fenster "Orte" Punkt B angehakt.
- Mit einer niedrigen Tourgeschwindigkeit wird nun der Flug vollführt. Google Earth hat nun Gelegenheit die Bildaten aus dem Internet in den Cache zu laden.
Google Earth abfilmen
- Fahre in GE wieder den Startpunkt der Tour an.
- Starte SnagIt.
- Klicke auf das erstellt Profil und auf den roten Capturebutton.
- Herauskommen sollte etwas, dass etwas so aussieht...
Man sieht den Rahmen in dem gecaptured wird und das Startfenster von SnagIt. Man hat auch jetzt noch die Möglichkeit in GE die Perspektive so einzustellen, dass der gewünschte Ausschnitt genau im Rahmen liegt. Über einen Rechtsklick auf den entsprechenden Eintrag im Fenster „Orte“, kann man die „Aktuelle Ansicht übernehmen“ und somit sichern.
Ich empfehle nachdrücklich den Capturerahmen an dieser Stelle nicht zu verschieben (auch wenn es möglich ist), sondern dessen Position über das Profil in SnagIt zu verändern bis er dort ist wo er sein soll. Damit ist in jedem Projekt oder bei mehreren Versuchen eine identische Ausgangsposition gegeben.
Sollte alles so sein wie gewünscht im SnagIt-Fenster auf Start klicken und anschließend in GE auf den Playbutton. Nun läuft die Tour in GE ganz gemächlich ab und SnagIt zeichnet fünf Bilder pro Sekunde auf.
Das Ergebnis
Ist man am Ende der Tour angekommen bricht man die Aufzeichnung mit der „Druck“ Taste ab (hat man alles gut konfiguriert steht bei "dropped Frames" eine Null) und nochmals mit Stop.
Man gelang zu einem Previewfenster in dem man sich sein Werk ansehen und abspeichern kann. Wenn es hier beim Abspielen ruckelt erstmal nicht erschrecken. Es müssen durch das Format der unkomprimierten Einzelbilder sehr große Datenmengen gelesen werden. Da kann es schon mal zum Stocken kommen.
Importiert man die Datei z.B. in Video deLuxe und gibt diese als mpeg aus sieht man den wahren Erfolg.
Dabei nicht vergessen: das Material ist progressiv.
Viel Spaß bei Euren Weltreisen.
Es geht natürlich auch mit Video Deluxe (ab Version 2007/2008 in der PLUS-Version)
Kurzanleitung:
Für das Abfahren der Tour wie oben verfahren.
Das Fenster von GE auf eine Größe einstellen, die man für die Aufnahme mit Video Deluxe einstellen möchte (z.B. 640 x 480 oder 480 x 360; evtl. eine Idee/einige Pixel größer).
Video Deluxe starten und in "Aufnahme" für Video Grabbing gehen.
Das Format entsprechend GE wählen.
OK für Aufnahme geben.
Voreinstellung für Anzeige des Rahmens aktivieren.
Rahmen zurechtschieben.
Aufnahme-Button anklicken.
Nun die Tour entsprechend der Vorbereitung starten und aufnehmen.
Am Ende den VDL-Button in der Taskbar für Stopp anklicken.
Tipp: Am besten ein Format wählen, dass unter dem vorgesehenen Wiedergabeformat liegt. Zum Beispiel 640 x 480 für eine Einpassung in das 720 x 576-Format. Beim Editieren die importierte GE-Aufnahme im Originalformat von 640 x 480 so einpassen, dass an allen Seiten schwarze Ränder verbleiben. Grund: Bei Fernsehbild werden durch den sog. Kasch Ränder abgeschnitten. Würde die GE-Aufnahme voll in das Format 720 x 576 eingepaßt, müßte ein Teil der Aufnahme im Kasch verborgen bleiben. Dem gilt es vorzubeugen.
Variante: Aufnahme mit CamStudio (Freeware)
Auch mit der kostenlosen Software CamStudio (getestet: Version 2.5 beta 1) ist eine Aufnahme problemlos möglich. Die Parameter sind wiederum natürlich abhängig von der Rechnerleistung. Folgende Einstellungen wurden auf einem Intel Pentium 4 mit 3 GHz und 1 GB RAM getestet:
Bildschirmausschnitt bestimmen
- CamStudio starten
- CamStudio:
- Unter Region/Fixed Region:
- Fixed Top Left Corner ausschalten (erst einmal)
- Width/Height: Wie oben oder 768/576, was aber bedeutet, dass auf dem Fernseher bereiche abgeschnitten werden.
- Unter Region/Fixed Region:
- Google Earth starten
- Google Earth:
- Fenster soll nicht maximiert sein
- Camstudio:
- Aufnahmeknopf drücken
- den anschließend erscheinenden Aufnahmerahmen in die linke obere Ecke des Sichtfensters von Google Earth verschieben
- dabei ruhig schon mal auf die Anzeige der Werte für die linke obere Ecke achten; werden später gebraucht
- Google Earth:
- Fenster über die rechte untere Ecke so verkleinern, dass das Sichtfenster in etwa so groß ist wie die Aufnahmeregion. Vorteil: Auf diese Weise muss Google Earth nicht unnötige Bereiche rendern.
- CamStudio:
- Aufnahme stoppen, Speichern abbrechen
- Unter Region/Fixed Region:
- Fixed Top Left Corner einschalten
- Werte von der Positionierung des Aufnahmerahmens eintragen
Jetzt hat man eine Konfiguration mit der man Anfangen kann zu experimentieren um bei den folgenden Schritten die besten Einstellungen für die Aufnahmegeschwindigkeiten zu finden.
Aufnahmeeinstellungen
- Google Earth:
- Unter Tools/Optionen:
- Tab Touren auswählen
- Optionen für Webbeschreibungen und Touren: Kamerawinkel und Kamerabereich egal, ganz nach eigenem Geschmack. Geschwindigkeit auf z. B. 100 (Langsam) setzen
- Unter Tools/Optionen:
- CamStudio:
- Unter Options/Cursor:
- Hide Cursor wählen - ist aber nicht notwendig, wenn der Cursor nicht über den Aufnahmebereich bewegt wird
- Unter Options/Video Options:
- als Encoding z. B. Microsoft MPEG-4 Video Codec V2 wählen
- Qualität auf 100% (keine Kompression)
- Key Frame: Alle 30 Frames
- Capture Frames: Alle 50 ms
- Playback Rate: 50 frames/second
- Auto Adjust: abgeschaltet
- Unter Options/Cursor:
Anders gesagt: Capture Frames lieber etwas niedriger, damit mehr Zeit für die Aufnahme bleibt. Dafür dann die Playback Rate höher, damit alles wieder in einer akzeptablen Geschwindigkeit abgespielt wird.
Nun kann man die Aufnahme starten. Evtl. erst einmal nur den Anfang und dann kann man sich nach dem Abspeichern der Sequenz direkt in CamStudio ansehen, ob alles flüssig aussieht. Ggf. mit den Werten Capture Frames/Playback Rate in CamStudio spielen bzw. die Abspiel-Geschwindigkeit in Google-Earth anpassen.
Bekannte Probleme und mögliche Lösungen
Erzeugter Film lässt sich nicht in VdL importieren
Verschiedentlich wurde im Magix User Board davon berichtet, dass sich die erzeugten Datein nicht in Video deLuxe importieren lassen. Als hilfreich hat sich mehrfach erwiesen in Video deLuxe Internal AVI Import und/oder DV AVI Import Module abzuwählen. Dazu über die Taste Y in die "Programmeinstellungen" und dort in die Lasche "System". Unter "Importformate" die entsprechenden Haken entfernen.









